Leben im Todestrakt

Gerald Marshall beschreibt das Leben im Todestrakt und seine Zelle folgendermaßen

Hier in der Polunsky Unit in Livingston, Texas, gibt es 7 sogenannte Pods mit je 84 Zellen. Jeder Pod besteht aus 6 Bereichen, jeder Bereich besteht aus 14 Zellen und besitzt seinen eigenen Aufenthaltsraum.

In so einer Todestraktzelle lebe ich nun seit 2004. Ohne meine wenigen Habseligkeiten darin sieht so eine Zelle sehr kahl aus. Ich habe in meiner Zelle ein kleines Bücherregal. Im oberen Regal habe ich eine Reihe von juristischen Büchern und Selbsthilfe- und Businessbüchern. Auf dem unteren Regal befindet sich ein Handtuch, welches ich auf meinen kleinen Schreibtisch lege, damit der Rost meine Zeichnungen nicht verfärbt. Ich habe eine dünne Matratze, die auf der Pritsche liegt. Aber wenn ich wach bin schiebe ich die Matratze zur Seite, um den Platz für all meine Papiere zu nutzen.

Ich habe auch eine Art Wäscheleine in meiner Zelle. Hier hänge ich meine Wäsche auf, nachdem ich sie im Waschbecken gewaschen habe. Viele Gefangene waschen ihre Kleidung in der Toilette, aber aus hygienischen Gründen möchte ich das nicht.

In einer Box befinden sich diverse Papiere und Unterlagen und Lebensmittel, die ich im Gefängnisladen kaufen konnte. Hierfür bekommen wir regelmäßig eine Bestellliste. Unter der Pritsche bewahre ich außerdem meine Schuhe und einen Ventilator auf. Hin und wieder gehe ich in meiner Zelle umher um zu Lesen, die meiste Zeit schreibe oder lese ich aber im Sitzen. Ich bin von Montag bis Freitag 22 Stunden am Tag in dieser Zelle. Zwei Stunden pro Tag darf ich zur “Erholung” meine Zelle verlassen. Dann werde ich allein in einen Aufenthaltsraum Raum gesperrt oder kann die Zeit allein in einem Käfig an der frischen Luft verbringen, wo sich ein Basketballkorb befindet. Am Wochenende bin ich 24 Stunden allein in meiner Zelle.

Ich darf jeden Tag duschen. Dazu werden mir durch den Schlitz in der Tür Handschellen angelegt, bevor ich zu den Duschen gebracht werde. Durch den Schlitz werden auch unsere Mahlzeiten durchgereicht. Man kann hier eigentlich nichts tun außer zu lesen, zu schreiben, zu zeichnen und Briefe zu bekommen.

Hin und wieder bekomme ich Besuch. Es gibt einen Besucherraum, wo sich mehrere Kabinen befinden. Die Gefangenen sitzen in einem winzigen Käfig hinter einer Sicherheitsscheibe. Man kann sich nur über Telefonhörer mit dem Besuch unterhalten. Es gibt hier überall Kameras, und auch die privaten Gespräche dürfen mitgehört werden. Es ist ein schrecklicher Ort hier, insbesondere für die die Menschen, die keine Möglichkeit haben, etwas für ihren Geist zu tun und ihn zu stimulieren. Einige meiner besten Freunde sind verrückt geworden. Einer von ihnen konnte den Weg zurück in die Realität finden, die anderen leider nicht. Ein enger Freund nahm sich das Leben, weil er die permanenten Isolation und Deprivation nicht länger ertragen konnte.

Typischer Tagesablauf im Todestrakt von Texas

Allemand